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Achim Torn ist in diesem Jahr Rheinland-Pfalz-Meister und deutscher Vizemeister geworden. Somit hat er in die Geschichte der erfolgreichen Pfälzer Gleitschirmpiloten ein neues Kapitel geschrieben. Schon 1995 und 2012 war er Deutscher Meister. 2009 hat ein weiterer Südpfälzer, Peter Jung, den begehrten Titel errungen. Im Interview mit  duddefliecher.de verrät Achim Torn, warum die Pfälzer Piloten in der Liga immer wieder ganz vorne mitspielen.

Achim, bist du zufrieden mit dieser Saison?

Achim: Ich bin Amateur und fliege nur als Hobby. Und vor mir ist ein Pilot, der in der Weltrangliste unter den besten Zehn ist. Wenn ich ihn schlagen will, müsste ich das Zehnfache fliegen pro Jahr. Daher bin ich mit dem zweiten Platz in der Deutschen Meisterschaft und dem ersten Platz in der rheinland-pfälzischen Meisterschaft sehr zufrieden. Es sind schließlich fünf Nationalmannschafts-Piloten hinter mir in diesem Jahr. Das will eigentlich was heißen.

 

Welche waren die entscheidenden Durchgänge in der Deutschen Meisterschaft?

Achim: Der zweite Durchgang war der wichtigste. Da bin ich als Erster ins Ziel geflogen und hatte eine Viertelstunde Vorsprung vor dem Dritten. Das hat soviele Punkte gebracht, dass es mich nach vorne katapultiert hat.

 

Wie lange machst du bei der Deutschen Meisterschaft schon mit?

Achim: Seit 1991 fliege ich Deutsche Meisterschaften mit.

 

Das sind mehr als 20 Jahre. Was hat sich in dieser Zeit geändert?

Achim: Die Wettbewerbe sind nahezu gleich geblieben. Nur die Leistung von den Schirmen hat sich natürlich deutlich gebessert und dadurch sind auch die Entfernungen viel größer geworden. Bei der Deutschen Meisterschaft sind wir in diesem Jahr zweimal eine 150 km FAI Dreieck geflogen. Das zeigt, wie leistungsfähig die Gleitschirme geworden sind.

 

Was ist bei solche Aufgaben wichtiger: Technik oder Strategie?

Achim: Am wichtigsten ist die Erfahrung. Meistens fliegen alle die gleichen Routen. Wenn einer abweicht, kann er natürlich Glück haben, aber das ist eher selten der Fall. In der Regel sind viele erfahrene Piloten dabei, die ganz genau wissen, wie gewisse Routen am besten geflogen werden sollen.

 

Sind die Kenntnisse der Ortsgelände entscheidend?

Achim: Eigentlich nicht. Ich war in diesem Jahr in Mexiko und bin beim World Cup mitgeflogen, und vom Prinzip her ist es ja immer das Gleiche. Dank der Erfahrung weiß man, welche Gelände vielversprechend sind. Die Regeln der Thermik sind immer die gleichen, egal ob man in Mexiko, in den Alpen oder bei uns im Pfälzerwald fliegt.

 

Wenn Erfahrung so wichtig ist, ist das Training dann entscheidend? Wie bereitest du dich auf einen Wettbewerb vor?

Achim: Selbstverständlich bei uns im Pfälzerwald. Wenn du bei uns, in unserem Gelände fliegen kannst, dann kannst du überall auf der Welt fliegen. Wir haben Bedingungen, die nicht so hervorragend sind wie die in den Alpen. Wir lernen jeden Heber zu nutzen, und das ist auch im Wettbewerb einen Riesenvorteil.

 

Machst du nächstes Jahr bei der Deutschen Meisterschaft wieder mit?

Achim: Ja, klar. Solange es so weiter läuft, mache ich mit. Es macht sehr viel Spaß. Im Jahr 1995 habe ich den ersten Titel gewonnen. Vor zwei Jahren dann wieder. Es läuft also gar nicht schlecht.

 

Werden wir dann wieder mal einen Deutschen Meister aus der Pfalz haben?

Achim: (Lacht) Das kann man so nicht voraussagen. Beim Fliegen kommt es auf so viele Faktoren an und auch auf das Quäntchen Glück, dass man immer wieder braucht, wenn die Thermik genau dann ausgelöst wird, wenn du ankommst. Aber wer weiß.

 

Dann wünsche ich dir schon mal viel Glück.

Achim: Danke!